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Thalam

Thalam

Die Hüter der Erde. Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

vonEnnemann, Gabriele
Deutsch, Erscheinungstermin 25.09.2015
lieferbar

eBook

15,99 €
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Buch (gebunden)

19,90 €
(inkl. MwSt.)
Gidion ist 15 und lebt in Thalam. Als die Lebensachse gestohlen wird, ist das Gleichgewicht der Erde bedroht. Gidion und seine Begleiter reisen in die Unten-Welt, damit Thalam und die Welt der Menschen nicht vernichtet werden. Das Abenteuer beginnt ...

Gabriele Ennemann, geboren 1963, lebt mit ihrer Familie in Essen. Das...

Informationen zum Titel

978-3-9524523-3-2
25.09.2015
2015
eBook
EPUB mit Adobe DRM
400 g
336
Deutsch
388 kB
Gidion ist 15 und lebt in Thalam. Als die Lebensachse gestohlen wird, ist das Gleichgewicht der Erde bedroht. Gidion und seine Begleiter reisen in die Unten-Welt, damit Thalam und die Welt der Menschen nicht vernichtet werden. Das Abenteuer beginnt ...

Gabriele Ennemann, geboren 1963, lebt mit ihrer Familie in Essen. Das Schreiben begleitet sie seit ihrer Kindheit. Nach einer Ausbildung im Einzelhandel tauschte sie ihre vertraute Arbeit gegen ein Taxilenkrad und betrieb viele Jahre interessante Studien am 'lebenden Subjekt'. Sie wechselte ein weiteres Mal den Beruf und wurde Fahrlehrerin. Heute ist sie in einem Seniorenzentrum beschäftigt und arbeitet mit psychisch erkrankten Menschen. In ihrer knapp bemessenen Freizeit genießt sie es, in der Natur zu sein und zu schreiben. 'Thalam' ist ihr Fantasy-Debüt.
Gabriele Ennemann, geboren 1963, lebt mit ihrer Familie in Essen. Das Schreiben begleitet sie seit ihrer Kindheit. Nach einer Ausbildung im Einzelhandel tauschte sie ihre vertraute Arbeit gegen ein Taxilenkrad und betrieb viele Jahre interessante Studien am ‚lebenden Subjekt‘. Sie wechselte ein weiteres Mal den Beruf und wurde Fahrlehrerin. Heute ist sie in einem Seniorenzentrum beschäftigt und arbeitet mit psychisch erkrankten Menschen. In ihrer knapp bemessenen Freizeit genießt sie es, in der Natur zu sein und zu schreiben. 'Thalam' ist ihr Fantasy-Debüt.
2

Im Dorf war von dem Sturm kaum etwas zu spüren, nur der Regen wollte nicht nachlassen. Als ich das Haus von Vater Mundus erreichte, waren meine Kleider durchnässt und schmutzig und meine Zähne schlugen vor Kälte hart aufeinander. Hektisch betätigte ich den Türklopfer. Das laute Pochen drang tief in das Innere des Hauses.

"Moment, ich komme!", vernahm ich dumpf die mir vertraute Stimme. Voller Ungeduld wippte ich von einem Bein auf das andere. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis sich die Tür knarzend öffnete. Vor mir stand mein Vater in seinem dicken, braunen Morgenmantel aus Schafsfell und Leinen. Er blinzelte verschlafen. Erst als er mich erkannte, huschte ein Lächeln über sein faltiges Gesicht, das von weißen Haaren umrahmt war, die wirr um seinen Kopf standen.

"Sei gegrüßt, Gidion, komm herein." Er machte eine einladende Handbewegung, der ich nur zu gern folgte. In der Wohnstube des alten Holzhauses war es warm und gemütlich.

"Vater! Ich habe sie gesehen!", sprudelte ich los.

Vater Mundus schloss die Tür und wandte sich mir zu. "Von wem sprichst du?" Seine wachen, hellgrauen Augen schauten milde und unterstrichen sein warmes Lächeln.

"Die Jaher ... sie ... sie sind vom Meer gekommen! Es gibt sie ... es gibt sie tatsächlich ... und ... und sie haben die Lebensachse ... ich habe sie beobachtet!" Nervös strich ich meine nassen Haare aus dem Gesicht.

"Was sagst du da?" Seine Lippen wurden zu schmalen Strichen und in seine Augen trat ein bekümmerter Ausdruck. So ernst hatte ich ihn noch nie gesehen. Er bemerkte meine Angst, aber statt darauf einzugehen, reagierte er wie früher, wenn ich von einem spannenden Ausflug hungrig und müde nach Hause gekommen war.

"Jetzt beruhige dich erst einmal und zieh die nassen Kleider aus. Ich werde dir eine Wolldecke bringen, damit du dich nicht erkältest." Behäbig schlurfte er in die hinterste Ecke seiner Wohnstube. Verdutzt über sein gelassenes Verhalten zog ich eine Augenbraue in die Höhe. "Hast du mich nicht verstanden, Vater? Die Jaher sind da! Sie haben die Lebensachse!"

Immer noch außer Atem, erzählte ich, was ich soeben erlebt hatte. Der Alte machte einen Katzenbuckel und kam mit schweren Schritten auf mich zu. Er reichte mir eine dicke, buntgewebte Wolldecke.

"Ich habe dich sehr wohl verstanden, Gidion, aber ich möchte, dass du dich zunächst einmal beruhigst. Nur ein ruhiger Krieger ist ein guter Krieger. Schlachten werden mit kühlem Kopf gewonnen, nicht mit hitzigem Geist." Entschlossen reckte er den Kopf in die Höhe, um mir direkt in die Augen zu sehen. Das gelang ihm nur mäßig. Unwillkürlich musste ich grinsen. Sein Verhalten erinnerte mich an die Zeit, als ich kleiner gewesen war als er. Jedes Mal, wenn ich glaubte, mich gegen ihn behaupten zu müssen, streckte ich meinen Körper, so gut ich konnte, in die Höhe, um ihm in die Augen zu schauen. Mittlerweile überragte ich ihn mit meinen fast 1,80 Metern um eine gute Kopflänge. Damit hatte sich die Perspektive eindeutig zu meinen Gunsten verändert. Doch mein Respekt für ihn war keine Frage der Körpergröße.

Gehorsam entledigte ich mich meiner nassen Gewänder und hüllte meinen trainierten Körper in die wärmende Wolle, während Vater Mundus meine Kleider zum Trocknen auf eine Leine in der Nähe des Feuers hing. Ich machte es mir vor dem prasselnden Kamin auf der alten, grünen Couch gemütlich. Der Schein des Feuers malte zuckende Umrisse auf die Wände, während der würzige Duft von brennenden Buchenscheiten durch den Raum zog. Die Einrichtung war karg und bestand aus der alten Sitzecke nebst Couchtisch und einem weiteren Holztisch, der Vater Mundus als Arbeitsmöbel diente. Langsam drang die Wärme in meine kalten Muskeln und gab meinen Gliedern ihre ursprüngliche Geschmeidigkeit zurück.

Mein Vater war kein Mann großer Worte. Also wartete ich, bis er sich mit zwei dampfenden Tassen Tee zu mir setzte. Der Tee duftete süß nach V
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